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Spirituelle Suche – Fragen und Antworten

Erwachen - Satsang - das Ende der spirituellen Suche nach Erleuchtung

Hier findest du eine kleine Auswahl an Fragen und Antworten aus dem Buch „EINFACH FREI“.

Ich bin, obwohl ich denke

„Erwachte“ Menschen sprechen häufig vom ICH BIN, das der Schlüssel zu allem sei. Ich kann damit nichts anfangen. Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen.
Logisch nicht, denn es ist unvorstellbar. Das unpersönliche ICH BIN ist für den menschlichen Verstand eine Knacknuss, weil er es automatisch mit der Identifikation mit einem persönlichen Ich (= Körper) gleichsetzt. Die Anwesenheit des unpersönlichen und immer präsenten ICH BIN wird erst dann akzeptiert, wenn dieser Identifikationsgedanke abfällt. Das ICH BIN wird dann als eine Art Grundton von unpersönlicher Existenz empfunden, der ALLES mit einschliesst. Es ist Einheit. Dieser Grundton ist auch dir bestens bekannt, da er immer gegenwärtig ist und in jedem Moment in der Symphonie des Lebens mitschwingt. Kümmere dich also nicht um das ICH BIN. Du kannst und brauchst es nicht zu verstehen. Entspanne dich und tue, was auch immer du gerade tust. Das ICH BIN ist auch dann da.

Da wir gerade von „Erwachen“ und „Einheit“ sprechen: Kannst du uns sagen, was eigentlich genau mit dir passiert ist? Ist überhaupt etwas passiert?
Beides. Scheinbar. Es muss anscheinend irgendetwas passiert sein, sonst gäbe es dieses Buch nicht. Andererseits steht in diesem Buch, dass nichts geschehen muss, um euch zu dem zu machen, was ihr schon seid. Paradox, nicht?
Wie bei jedem Suchenden begann auch bei mir die spirituelle Suche nach dem „verloren geglaubten Paradies“ in meiner frühesten Kindheit, genauer gesagt, mit dem Beginn der scheinbaren Trennung von der Einheit. Vorher gab es nur Einheit, also keine Trennung in Subjekt (Ich) und Objekt (Du). Mamas Augenpaar wurde zwar wahrgenommen, aber es war noch nicht Mama, die mich anschaute, sondern da waren einfach nur zwei Augen.
Als der Trennungsgedanke irgendwann in den ersten Lebensjahren auftauchte, tauchte mit ihm sogleich auch eine Art Sehnsucht auf. Ein Gefühl, irgendetwas Wunderbares verloren zu haben. Die unbewusste Suche nach „Einheit“, nach diesem schon einmal erlebten Frieden, begann hier.
Dass aber das Gesuchte immer noch da und gar nie weg war, wurde einfach vergessen. Das Naheliegendste, Einfachste wurde übersehen. Der spirituelle Verstand begann etwas zu suchen, was von ihm nie gefunden werden kann. Als ob ein Auge versucht, sich selber zu sehen. Ein aussichtsloser Kampf. Und doch, auch er gehört dazu. Auch er ist Teil des leela, des vollkommenen göttlichen Spiels, auch Leben genannt.
Die Suche nach Einheit führte mich im Laufe der Zeit auf religiöse und spirituelle Pfade, in der Annahme, diese seien besser geeignet, Einheit, Gott oder wie auch immer man es nennen mag, zu finden. Ich begann, in meinem Verstand Konzepte anzuhäufen, die ich aus Tausenden von Seiten spiritueller Literatur zusammengetragen hatte. Diese Vorstellungen von Einheit waren wahnsinnig interessant und intellektuell logisch. Sie wurden vom Verstand geradezu verschlungen und trugen alle dazu bei, die Konditionierung meines „Körper-Verstand-Komplexes“ zu ändern. Ich wurde „bewusster“ und ruhiger. Aber das eigentlich Gesuchte blieb dem Verstand verborgen.
Mit der Zeit brachten die vielen Konzepte meinen Verstand beinahe um sich selber. Mein Kopf begann zu kochen vom vielen Denken. Bis plötzlich eines Tages Worte aus Transkriptionen von Satsangs und aus Büchern des sogenannten „Neo-Advaita“, die oft auch als „Non-Duality“-Literatur bezeichnet werden, in mir Resonanz erzeugten. Diese Worte rieten mir, alle Konzepte fallen zu lassen und nicht mehr zu suchen. Es einfach sein zu lassen und sich nicht mehr um „Erleuchtung“, „Erwachen“ oder „Befreiung“ zu kümmern. Still zu sein. Nach Hause zu gehen, Tee zu trinken und die Zeitung zu lesen.
Wow, welch eine unglaubliche Freiheit! Ich wusste tief im Innern, dass diese Worte wahr sein mussten und stellte sie seither nie mehr in Frage.
Klarheit tauchte eines Nachts auf. Ich schlief ein mit der Überzeugung, dass jede Veränderung des momentanen Zustands positiv sei, so auch die grösstmögliche Veränderung, nämlich der Tod. Ich schlief ein im Vertrauen darauf, dass dieser Tod nicht der physische Tod des Körpers bedeutet, sondern nur der Tod des „Ichleins“, also des einen winzigen Trennungsgedankens. Da geschah es, dass sich innerhalb eines Augenblicks die Gegensätze Tiefschlaf, Traum und Wachsein auflösten, und mit ihnen das Gefühl einer persönlichen Täterschaft, also einer Identifikation mit einem separaten Ich-Gedanken. Dieser Moment war vollkommen unspektakulär, da das wahre Selbst das Vertrauteste ist, was es gibt. Dieser Augenblick war mit keinen Explosionen im Gehirn verbunden, keinen leuchtenden Tunneln oder übersinnlichen Erscheinungen. Aha, so unglaublich simpel ist es also! Die Grenze zwischen Schlaf und Wachsein, zwischen Leben und Tod, zwischen Gut und Böse hörte plötzlich auf zu existieren.
Damit wir uns richtig verstehen; dies ist die sehr persönliche Geschichte des „Körper-Verstand-Komplexes“ namens Oliver. Sie ist eine unter vielen. Eine winzige Welle im Ozean des Seins. Es geht hier aber nicht um körperliche oder psychische Erfahrungen einer kleinen individuellen Welle. Alles kann aus dem Sein auftauchen. Doch was auftaucht, kann auch wieder verschwinden. Irgendwann. Vielleicht. Es kann nicht festgehalten werden. Nichts kann festgehalten werden. Wahrheit, die festgehalten wird, ist keine Wahrheit mehr. Diese Erkenntnis bedeutet totale Befreiung, allerdings für „niemanden“, da nun niemand mehr da ist, der diese Erkenntnis personifi-zieren könnte.
Das Einzige, was immer da ist, ist ein Grundton von Existenz. Er ist gewissermassen die kleinstmögli-che Ausprägung von Einheit im Körper. Alles andere sind Konzepte vom Verstand, dieser Ansammlung von Gedanken, die nichts anderes tut, als pausenlos Konzepte zu erstellen. Dieser Grundton, dieses ICH BIN, das ohne die geringste Anstrengung einfach da ist, ist der Urgrund für die Welt, die in mir erscheint. Ohne dieses ICH BIN gibt es keine Welt. Es ist der erste Gedanke, der aus dem Sein aufsteigt und eine scheinbare dualistische Welt entstehen lässt. Eine Welt, die nur eine Gedankenform ist.
Dieser Grundton war schon immer da. Er begleitete mich die ganze Zeit. Er ist das Naheliegendste, was es gibt. Er ist das Einzige, was WIRKLICH ist. Er ist Einheit. Das ICH BIN, ICH EXISTIERE ist so nahe, dass man es immer übersieht. Wie eine Brille, durch die man die ganze Zeit hindurchsieht, jedoch vergessen hat, dass man sie trägt. Es ist das Offensichtlichste, was es gibt. Es offenbart sich nur in der Abwesenheit des Verstandes, der es behalten und verstehen will. Wenn der Verstand für einen winzigen Augenblick ruhig ist, wenn er für einmal nichts einteilen und nichts analysieren möchte, dann ist es da. Danach lässt es der spirituelle Verstand in Ruhe und kümmert sich in seiner Funktion als arbeitender, organisierender Verstand um das, was gerade im täglichen Leben getan werden muss. Der „Körper-Verstand-Komplex“, der früher mit einer Person namens Oliver gleichgesetzt wurde, funktioniert perfekt weiter gemäss seiner Konditionierung durch Vererbung, Sozialisation und Lebenserfahrung. Doch es ist jetzt niemand mehr da, der involviert ist in dieses leela, dieses göttliche Spiel. Es wird als das erkannt, was es ist. Als Gedankenform, die wie eine Welle aus dem Ozean des Seins aufsteigt und wieder absinkt. Es ist der Tanz des Lebens.

Im Satsang hört man oft folgende Antworten, wenn ein Mensch, der auf der spirituellen Suche ist, eine Frage stellt: „Wem erscheint dies so?“ Oder: „Ist da niemand, der dies verstehen kann?“ Ich verstehe nicht, was damit gemeint sein soll. Ist das auf die scheinbare Person bezogen oder auf das Bewusstsein, also das Sein?
Grundsätzlich geht es im Satsang immer um dieselbe Gegenfrage: „Wer ist es, der Fragen stellt?“ Die Erforschung dieser Gegenfrage durch den Verstand der Person, die Fragen im Satsang stellt, führt zu einer Art Endlosschlaufe. Die Antwort kann von der fragenden Person nie gefunden werden, da mit dem Auftauchen der Antwort gleichzeitig diese Person wegfällt. Dann gibt es keine Person mehr, die eine Antwort möchte. Dann ist niemand mehr da, der die Antwort „behalten“ und „konservieren“ kann. Die letztendliche Erkenntnis hat am Schluss also niemand, da Erkenntnis in diesem Falle bedeutet, dass da nur DAS ist, das Eine, das Sein, und dass es im Sein kein „Entweder…, oder…“ gibt, also auch keine Fragen und Antworten. Das heisst aber nicht, dass sich der Fragende nun den Kopf darüber zerbrechen soll, wer jetzt dieses „Ich“ ist, welches die Fragen stellt. Es ist unnötig. Da ist nur Einheit. Das Ich, das Fragen stellt, ist Einheit, die als Ich, das Fragen stellt, erscheint. Es muss also nichts getan werden. Befreiung ist JETZT da. Du kannst dich entspannen und „es“ geschehen lassen. Denn es ist ja bereits geschehen.

Was genau ist denn vollkommenes Akzeptieren? Was passiert im Kopf/Körper? Irgendwie funkt ja der Verstand immer dazwischen, um eine gewisse Situation, Vergangenes oder Krankheit zu akzeptieren. Ich habe das Gefühl, das liegt in seiner Natur. Sobald ich mich mit etwas befasse, fängt der Verstand an zu rattern. Aber wann akzeptiert man etwas vollkommen?
Ein Stichwort, das ich dir als Gedankenspiel im Zusammenhang mit vollkommener Akzeptanz geben kann, ist „Einschliesslichkeit“. Und zwar „vollkommene Einschliesslichkeit“, ohne Ausnahme. Schliesse alles mit ein. Wenn du „Einschliesslichkeit“ auf „Akzeptanz“ anwendest, du also alles, was auftaucht, mit einschliesst, heisst das, dass vollkommene Akzeptanz eben nichts mit dem Akzeptieren einer Situation zu tun hat. Auch wenn dein Verstand eine Situation nicht akzeptieren kann, kann er durchaus akzeptieren, dass er die Situation nicht akzeptieren kann. Er kann aber auch akzeptieren, dass er nicht akzeptieren kann, dass er die Situation nicht akzeptieren kann. Das kannst du unendlich lange weiterspinnen, denn es ist immer eine Person da, die denkt, etwas akzeptieren zu müssen. Dein Verstand wird also nie etwas vollkommen akzeptieren können. Vollkommene Akzeptanz und somit vollkommene Einschliesslichkeit ist da, wenn die Person wegfällt, die meint, etwas akzeptieren zu müssen. Dann verschmelzen Unendlichkeit und JETZT zu Einheit.
Apropos Verstand: Wenn der Verstand sich mit etwas befasst, fängt er naturgemäss an „zu rattern“, also zu funktionieren, denn das ist sein Zweck und der ist im Übrigen äusserst hilfreich im täglichen Leben. Damit kannst du, richtig eingesetzt, alles erschaffen. Doch befreien kannst du dich mit dem Verstand nicht, denn du kannst dich selber nicht wegdenken. Deshalb sage ich immer, dass du ruhig aufhören kannst, deinen armen Verstand mit dieser Art von Fragen zu martern. Entspanne dich, denn du bist genau JETZT frei.

Es heisst, man müsse alles loslassen, um vollkommen befreit zu werden. Was bedeutet das genau?
So, heisst es? Nun, die konditionierte Vorstellung der Menschen in dieser dualen Welt von Zeit und Raum ist die, dass alles immer eine Ursache haben muss. Damit vollständige Befreiung stattfinden könne, so wird oft behauptet, müsse zuerst etwas geschehen. Es müsse zum Beispiel etwas losgelassen werden, zum Beispiel die Angst, das Materielle, bestimmte Gedanken etc. Oder aber es müsse ein „Tor zur Erleuchtung“ durchschritten oder ein „Sprung in die Freiheit“ getan werden. Die Liste ist unendlich lang. Doch da ist niemand, der irgendetwas loslassen könnte oder müsste. Einheit kann Einheit nicht loslassen. Auch nicht durchschreiten. Einheit war, ist und bleibt immer Einheit. Es muss auch kein Reichtum aufgegeben werden, ausser man möchte fortan lieber auf der Strasse leben. Der Reichtum selber IST Einheit. Es muss auch kein „unwürdiger“ Gedanke aufgegeben werden. Dieser Gedanke ist auch Einheit. Befreiung geschieht also NICHT ALS FOLGE des Aufgebens von irgendetwas, sondern, wenn du so willst, TROTZ dieses Aufgebens. Aufgeben ist also weder notwendig, noch hinderlich. Einheit war vor dem Aufgeben da und Einheit wird auch nach dem Aufgeben da sein. So wie Wellen im Ozean immer da und immer der Ozean sind. Befreiung ist genau JETZT.

Bitte sag uns Blinden irgendetwas Verblüffendes, dass wenigstens mal ein (!) Auge aufgeht.
Da gibt es nicht „mehr“ zu sehen, als das, was nicht schon hier und jetzt da ist. Auch nicht mit einem Auge. Überall, wo ihr gerade seid, und bei allem, was ihr gerade tut. Ich sehe nicht mehr als ihr. Ihr seht, wenn schon, „scheinbar“ mehr als ich. Oder besser gesagt: Ihr denkt, ihr müsstet mehr sehen. Ihr interpretiert mehr in DAS hinein, was einfach nur da IST. Doch auch diese Interpretation ist die Einladung der Einheit an euch, Befreiung als das zu akzeptieren, was sie ist: das absolut Unspektakulärste, was man sich vorstellen kann. Deshalb braucht es nichts Verblüffendes. Ist es nicht schon verblüffend genug, dass euch nichts von der Freiheit trennt? Ich kann euch weder etwas geben, noch etwas wegnehmen, da es nicht nötig ist. Entspannt euch und wartet nicht auf ein spezielles Ereignis. Die vermeintliche Warterei IST das Ereignis! Ihr habt die Brille auf und die Augen offen. Feiert diese Tatsache jeden Moment. Die banalen, unspektakulären und unspirituellen Papierseiten dieses Buches, auf die ihr jetzt gerade schaut, SIND ES.

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