Satsang mit Oliver - Fragen und Antworten 51-55 |
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Kannst du bitte die folgende Frage mit Deinen Worten interpretieren: "Gibt es ein Leben nach dem Tod? Gibt es erst nach dem Tod ein wahres Leben?" |
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Wer ist es, der diese Frage stellt? Es ist der eine Gedanke: "Ich bin ein von anderen Körpern getrennter Körper in einer Welt von linearer Zeit und Raum." Es ist, metaphorisch gesprochen, die Welle, die sich von anderen Wellen und vom Ozean getrennt fühlt. Wenn dieser Gedanke und mit ihm das Gefühl des Getrenntseins stirbt, verschwindet auch das Gefühl von Raum, Zeit, Leben und Tod. |
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Wann ist deines Erachtens bei Ramana Maharshi die Ich-Identifikation "gestorben"? Unmittelbar mit dem Erleben seiner persönlichen Todes-Simulation oder in den Jahren des Rückzuges und Versenkung? |
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In dem Augenblick, als Ramana Maharshi erwachte, er also während der "Todes-Simulation" realisierte, dass das, was er wirklich ist, das "wahre Selbst" (so nannte er selber das Sein, also die Einheit) ist, starb auch die Ich-Identifikation. |
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Hat das "kleine identifizierte Ich" in einer persönlichen Lebenskrise überhaupt die Kraft, sich bereitwillig in Einheit aufzulösen? Sind Widerstand und Kampf nicht aussichtslos, wenn der Film des Lebens eh bereits abgedreht ist? |
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Das „Ichlein“ kann noch so viel Kraft aufwenden; es kann sich nicht selber auflösen. Das Verschwinden des winzigen Gedankens "ich bin ein getrenntes Wesen", worauf das Ichlein seine Existenz gründet, benötigt so unendlich WENIG Kraft, dass es sich der Verstand nicht einmal vorstellen kann. Wenn schon, dann wäre daher eine Krise eher hilfreich für ein sogenanntes "Loslassen". Manche dualistisch lehrende Lehrer würden bei einer Krise sogar von einem "Tor zur Erleuchtung" sprechen, doch diese Aussage kann zu Missverständnissen beim Ichlein führen, da es denken könnte, es müsse irgendwas tun, damit "ES" geschieht, z.B. zuerst leiden und in einer Krise sein, was aber natürlich vollkommen unnötig ist. |
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Was ist vollkommenes Akzeptieren? Was passiert im Kopf/Körper? Irgendwie funkt ja der Verstand immer dazwischen, um eine Situation oder Vergangenes oder Krankheit zu akzeptieren. Ich habe das Gefühl, das liegt in seiner Natur. Sobald ich mich mit etwas befasse, fängt der Verstand an zu rattern. Aber wann akzeptiert man etwas vollkommen? |
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Ein Stichwort, das ich dir als Gedankenspiel im Zusammenhang mit vollkommener Akzeptanz geben kann, ist "Einschliesslichkeit". Und zwar "vollkommene Einschliesslichkeit", ohne Ausnahme. Schliesse alles mit ein. Wenn du dieses Konzept auf "Akzeptanz" anwendest, du also alles, was auftaucht, mit einschliesst, heisst das, dass vollkommene Akzeptanz eben nichts mit dem Akzeptieren einer Situation zu tun hat. Auch wenn dein Verstand eine Situation nicht akzeptieren kann, kann er durchaus akzeptieren, dass er die Situation nicht akzeptieren kann. Er kann aber auch akzeptieren, dass er nicht akzeptieren kann, dass er die Situation nicht akzeptieren kann. Das kannst du unendlich lange weiterspinnen, denn es ist immer eine Person da, die denkt, etwas akzeptieren zu müssen. Dein Verstand wird also nie etwas vollkommen akzeptieren können. Vollkommene Akzeptanz und somit vollkommene Einschliesslichkeit ist da, wenn die Person wegfällt, die meint, etwas akzeptieren zu müssen. Dann verschmelzen Unendlichkeit und JETZT zu Einheit. |
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Bitte hilf unserem Verstand weiter: Sind wir nun Darsteller in dem Film des Lebens, oder der Film selbst, oder die Leinwand, oder nur die Zuschauer? |
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Ihr seid sowohl alle Darsteller im Film als auch alle Zuschauer im Kinosaal. Ihr seid die Leinwand, ihr seid der Film, der Projektor und das Licht. Ihr seid aber auch die Kinosessel. Und ihr seid die Popcorns. Kein Teil dieses kinematographischen Erlebnisses ist vom anderen getrennt. Geniesst dieses lebendige Kinoerlebnis, denn dazu ist es da. |
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