Satsang mit Oliver - Fragen und Antworten 26-30 |
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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem modernen „Neo“-Advaita und dem klassischen Advaita Vedanta? Das moderne westliche Neo-Advaita kommt bei mir rüber, wie wenn ein Chirurg ohne ein Studium und eine praktische Ausbildung operieren würde. |
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Da der Verstand alles analysieren und einordnen möchte, dessen er sich bemächtigt, macht er zwangsläufig aus allem eine Lehre, also eine Wissenschaft. |
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Oliver, leidest du nicht mehr? Und ärgerst dich nicht mehr? Oder bist du noch wütend? |
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Da kann immer noch Ärger auftauchen, auch Traurigkeit oder Angst. Ganz gemäss der – ab einem gewissen Alter meist sehr starken – Konditionierung des psycho-biologischen Apparates namens menschlicher Körper. Alles kann auftauchen. Da ist einfach Ärger und es können Handlungen stattfinden, um diesen Ärger, der als Energie im Körper wahrgenommen wird, abzubauen. Es sind aber keine Gedanken mehr da, die den Ärger personifizieren, ihm eine persönliche Geschichte geben und ihn schüren und aufblasen. Ohne diese Geschichte verschwindet der Ärger sehr rasch. Doch wie stark der Ärger oder die Traurigkeit auch immer sind: der unpersönliche Grundton von tiefem Frieden ist immer allgegenwärtig. |
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Wenn unser Leben vorbestimmt ist, heisst das, dass wir nichts tun können? Alles geschieht, wie es geschehen soll? Also alles ist gewissermassen "Gottes Plan"? |
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Das Leben, die Welt, das Universum geschieht einfach. ALLES geschieht einfach. Ohne Plan und ohne Ursache (Schöpfer), ohne Zeit und ohne Raum. Der Verstand, der denkt, er sei eine separate Person mit eigenem Willen, geschieht einfach. Entscheidungen und Handlungen geschehen, ohne dass es jemandes Entscheidungen oder Handlungen sind. |
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Der Gedanke, dass alles EINS ist, dass ich also vollkommen alleine bin, ängstigt mich eher als dass er mich erfreut. Ich fühle mich dann so einsam. |
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Das ist so, weil dieser Gedanke automatisch "Alleinsein" mit "Einsamkeit" gleichsetzt. Absolut alleine zu sein heisst nicht, einsam zu sein. Nur ein getrenntes Ich, also eines, das sich ohne andere getrennte Ichs gar nicht vorstellen kann, kommt auf die Idee, dass eine Welt ohne andere Ichs einsam sein könnte. |
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Es heisst, man müsse alles loslassen, um vollkommen befreit zu werden. Was heisst das genau? |
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Die konditionierte Vorstellung der Menschen in dieser dualen Welt von Zeit und Raum ist die, dass alles immer eine Ursache haben muss. Damit vollständige Befreiung stattfinden kann, so wird oft behauptet, muss zuerst etwas geschehen. Es muss zum Beispiel etwas losgelassen werden (zum Beispiel die Angst, das Materielle, bestimmte Gedanken etc.), oder es muss ein "Tor zur Erleuchtung" durchschritten oder ein Sprung in die Freiheit getan werden. Die Liste ist unendlich lang. |
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